SEMMEL CONCERTS
Die Tänzer

Die Tänzer

Da ist Lil Amok, der seinem Namen beim Tanzen alle Ehre macht. Da ist Minzy, die auch eine Karriere als Kunstturnerin hätte hinlegen können. Da ist Junior, der auf seinen Armen besser laufen kann als andere Leute auf ihren Beinen. Da ist RubberLegz, der seine Beine verknoten kann wie ein Kopfhörerkabel in der Hosentasche. Da ist Willy, der sich einst Bruce Lee zum Vorbild nahm und als Teil der französischen Crew Tekken heute selbst eine Inspirationsquelle für junge Tänzer ist. Da ist Benny, der vor einigen Jahren mal einen Weltrekord für Headspins aufgestellt hat, also sich häufiger auf dem Kopf um die eigene Achse drehen kann als jeder andere Mensch. Da sind die “Powermover” Demon und Lil Ceng, die tatsächlich beinahe fliegen können. Da ist Kalli, die griechische Königin des „Newstyle Popping“. Da ist der Veteran (und Co-Choreograf der Show) Lil Rock, der sich schon vor 20 Jahren auf den Brettern bewegte, die die Welt bedeuten. Da ist Robozee, der sich bewegen kann wie ein, nun ja, Roboter. Und da ist Ukay, der früher die Videos der Flying Steps verschlang und heute als unangefochtener Champion der Hip-Hop-Battles gilt. Es ist: ein echtes Allstar-Team.

Dieses Allstar-Team lotet nun die Grenzen des Machbaren aus. „So hart wie hier haben wir noch nie gearbeitet“, erinnert sich Benny an die Vorbereitungen. „Aber es hat sich so was von gelohnt.“ Er gehört zu den erfahrensten Mitgliedern der Crew, stand schon bei Red Bull Flying Bach auf der Bühne und ist bei Flying Illusion auch einer der Choreografen. „Das ist die aufregendste und spektakulärste Produktion, die es je mit Breakdance gab. Und das Feedback der Leute gibt uns recht“, freut er sich über die Resonanz des Publikums von Frankreich bis Schweden.

“Die Show ist absolut universell“, ergänzt Vartan Bassil, dessen Vision immer eine globale war. „Wir arbeiten in der Show komplett ohne Sprache. Deswegen ist die Musik auch so wichtig. Sie erzählt die Geschichte mit, sie ist der Schlüssel zu allem. Ohne den Soundtrack der Bhatti-Brüder würde alles sofort in sich zusammenbrechen.“

RubberLegz

RubberLegz ist der Freigeist der Szene. Er war Sprüher, Designer – und hat seinen ganz eigenen Stil. 
Der Celler Sommer des Jahres 1998 sollte RubberLegz’ Leben verändern. Bewaffnet mit ein paar Sprühdosen wollte er an der Hall Of Fame des Battle Of The Year eigentlich nur ein bisschen malen. Aber dann kam alles anders. "Ich habe beim Battle Of The Year zum ersten Mal Breaker in meiner Stadt gesehen. Davor hat mich Tanzen kein Stück interessiert. Danach wollte ich sie sofort alle battlen."

Kurze Zeit später sah er zum ersten Mal das Video zu "It’s Like That" von Run DMC im Fernsehen. Da war es um ihn geschehen: Er ging ins Training und startete seine Karriere. Mit 15 gründete er seine erste Crew und begann, Battles am laufenden Meter zu gewinnen. 2003 nahm er gemeinsam mit Lil Amok, der ebenfalls bei Flying Illusion tanzt, zum ersten Mal im Deutschland-Team an einem internationalen Event teil. Da war er 16, Amok sogar erst zwölf. "Und wir haben richtig Welle gemacht."

Abstraktes Breakdance? "Ich bin B-Boy. Das reicht aus."
RubberLegz' größtes Pfund bei all dem ist sein ureigener Style. Immer wieder schraubt er seinen Körper in Figuren, die Physiotherapeuten und andere Laien in Angstschweiß versetzen. Schafft der das da noch raus? Wie kommt das Bein eigentlich genau noch mal hinter seinem Kopf hervor? "Ich habe mich stundenlang gedehnt. Überall. Zu jeder Zeit. Und dann sitzt du eben in deinem Zimmer und kickst dein Bein tausende Mal in Richtung Kopf. Und noch mal. Und noch mal."

So entstand schließlich sein eigener Stil: der… ja was eigentlich? "Ich habe aufgehört, nach einem Namen für meinen Stil zu suchen. Es gibt einfach keinen. Viele nennen es abstraktes Breakdance. Aber ob das so stimmt!? Ich bin B-Boy. Und das reicht aus."

"Mein Traum ist ein Freeze auf dem Mond."

Ein paar Jahre fühlte er sich mit seinem Status als Anderer unter Gleichen pudelwohl. Das Lob von Pina Bausch, einer der profiliertesten deutschen Choreographinnen, beflügelte ihn zusätzlich. 2007 aber hatte RubberLegz keine Lust mehr auf die Breakdance-Szene: "Immer diese Diskussionen! Ist das jetzt noch Breakdance, ja oder nein?" Viel zu engstirnig für einen Freigeist wie RubberLegz. Also zog er in die USA, arbeitete als Grafiker und Designer. Doch dann erfuhr er von Amok telefonisch von Flying Illusion, woraufhin er sofort Feuer fing. Als Vartan ihn schließlich anrief, war er sofort dabei. "Das Stück hat riesiges Potenzial. Wenn wir schon die Möglichkeit haben, so eine Bühne zu bespielen, dann werden wir das auch bis aufs Letzte nutzen.”

Davon kann man getrost ausgehen. Schließlich ist RubberLegz nicht eben für mangelnde Ambition bekannt. Sein größter Traum: als erster Mensch einen Freeze auf dem Mond zu machen. "Und mein Leben lang gesund und glücklich zu sein!" Manchmal paaren sich Ehrgeiz und Bescheidenheit eben auf wundersame Weise.

 

Lil Rock

Jede Crew hat den Anführer, den sie verdient – auch die mächtigen Dark Illusions.

Lil Rock übte bereits 1992 in Heidelberg seine ersten Moves. Die dortige Hip-Hop-Szene war groß genug, dass er sich Mitte der Neunziger schließlich dafür entschied, seine Kunst auch wirklich ernst zu nehmen. Theaterproduktionen und erste erfolgreiche Battles, darunter das Battle Of The Year, folgten. "Ich habe alle vier Elemente des Hip-Hop ausprobiert. Aber keines davon hat mir so viel Spaß gemacht wie das Tanzen. Die Bühne ist genau mein Ding. Ich habe sie seit jenen Tagen nie mehr verlassen." 

"Wir sind jede Emotion einmal durchgegangen: Wut, Hass, Frust, Liebe, Freude."

Seit 2010 ist der tänzerische Allrounder und Spezialist im Locking und Popping festes Mitglied der Flying Steps, auch beim Vorgängerprojekt Red Bull Flying Bach stand er auf der Bühne. Er hat das Publikum begeistert und die Welt gesehen. Bei Flying Illusion ist er nun Anführer der Dark Illusions und Co-Choreograph der Show. Die Produktion brachte auch einen erfahrenen Tänzer wie ihn an die Grenzen: "Die Herausforderungen sind bei diesem Projekt einfach sehr komplex. Die Thematik 'Illusion' ist für uns als Tänzer eine komplett neue Welt, die wir auf unseren eigentlichen Job, das Tanzen, noch draufpacken müssen. Wir sind alle Emotionen mindestens einmal durchgegangen: Wut, Hass, Frust, Liebe, Freude. Aber das sind wichtige Prozesse, denn sie schweißen eine Crew zusammen."

Dieser Zusammenhalt ist in der Show in jeder Sekunde zu spüren. Genauso wie Lil Rocks Traum als Tänzer: "Ich will auf der ganzen Welt auf der Bühne stehen und die Menschen inspirieren." Sollte sich einrichten lassen…

Minzy

Minzy wäre beinahe professionelle Bodenturnerin geworden. Dann entschied sie sich für die Freiheit. 

Ein Wohnzimmer in Südfrankreich. Minzy sieht sich gemeinsam mit ihrer Mutter Cabaret-Shows im Fernsehen an. Ihre Aufmerksamkeit gilt den Schlangenfrauen, die ihren Körper in die unmöglichsten Positionen winden. Minzy wird neugierig und macht die Bewegungen nach. "Meine Mutter ist fast ausgeflippt, weil ich die Bewegungen nahezu ansatzlos nachmachen konnte", erinnert sie sich lachend. Es sollte der Anfang einer ganz ähnlichen – und doch ganz anderen – Laufbahn gewesen sein. 

Jene Mutter nämlich meldete Minzy schon bald nach dem Erweckungserlebnis vor der Glotze für die ersten Trainingsstunden im örtlichen Turnverein an. Schnell gehörte die kleine Minzy zu den großen Nachwuchshoffnungen der französischen Gymnastik. Doch der militärische Drill, der diesem Sport innewohnt, schreckte sie mehr und mehr ab. "Turnen ist eine sehr spaßbefreite Angelegenheit. Zumindest so viel habe ich im Verein gelernt." Sie war auf der Suche nach Freiheit und nicht zuletzt auch ein bisschen Spaß. Mit 14 Jahren streifte sie also das Turndress ab und begann zu breaken – in der Halle nebenan absolvierten die B-Boys ihr Training, sie musste also nur durch die Türe schlendern, um den Weg in ihre ganz persönliche Freiheit zu finden. "Mit dem Tanzen kann ich mich perfekt ausdrücken. Es bedeutet für mich Freiheit, wenn ich ohne Zwang und Einschränkungen Neues erschaffen kann. Außerdem liebe ich es, auf der Bühne zu stehen und das Publikum zu hören. Das gibt mir wahnsinnig viel Kraft." 

"Ich will meiner Mutter zeigen, dass ich mit dieser Kunst mein Leben führen kann."

Mit dieser Kraft und ihrer professionell geschulten Akrobatik sorgte Minzy in der Breakdance-Szene schon bald für Aufsehen; schnell gewann sie ihre ersten Battles. Nun macht sie mit Flying Illusion den nächsten Schritt in ihrer noch recht kurzen Karriere. Mit 19 Jahren auf einer so großen Bühne zu stehen, jagte den meisten vermutlich ordentlich Angst ein. Minzy aber ist auch in dieser Hinsicht ein kleines bisschen anders: "Solche Chancen widerfahren dir nur selten im Leben. Ich habe meine Erfahrungen in unterschiedlichen Tanz-Companies gemacht. Viele davon fand ich einfach langweilig. Hier kann ich so viel mehr einbringen und lerne dabei auch noch jeden Tag dazu. Ich bin hier, das ist meine Chance. Ich will meiner Mutter zeigen, dass ich mit dieser Kunst mein eigenes Leben gut führen kann.”

Zu diesem Leben gehört auch die Verwirklichung ihres großen Traums: "durch die ganze Welt zu reisen und überall zu tanzen". Mit Flying Illusion sollte sich das problemlos erreichen lassen.

Junior

Der Franzose Junior hat Polio. Und ist einer der besten B-Boys seiner Generation. 

Der Franzose Junior lebt seit seinem zweiten Lebensjahr mit Polio. Die Krankheit hat ihn auf seinem Weg begleitet: dem Weg zu einem der herausragenden B-Boys seiner Generation. 

Sein rechtes Bein? “Es ist da, mehr aber auch nicht”, sagt Junior lachend. Geboren 1981 im Kongo infizierte er sich als Zweijähriger mit Polio-Viren. Medizin gab es dort, wo seine Familie wohnte, keine. Seitdem lebt der 32-jährige Tänzer mit seiner Behinderung. Wobei, Behinderung? “Mein Körper hat mich zu meinem eigenen Style gezwungen. Natürlich gibt es Dinge, die ich nicht tun kann. Aber deshalb bin ich noch lange nicht behindert.” 

Die ersten Six-Steps in Richtung Tänzerkarriere machte Junior in den Jugendzentren von Saint Malo, eine kleine Hafenstadt im Nordwesten Frankreichs, in die er im Alter von fünf Jahren mit seinem Vater kam und dort bei Pflegeeltern aufwuchs. “In Frankreich war Breakdancing meine einzige Chance auf eine andere Art, ‘anders’ zu sein, wenn du verstehst, was ich meine.” Er trainierte seinen Oberkörper, bis er auf seinen Armen so gut laufen konnte wie manch einer nicht auf seinen Beinen. Mitte der neunziger Jahre formte er dann seine erste Crew und erkannte, dass Breakdance tatsächlich ein Ausweg sein konnte.  

“Breakdancing war und ist wie eine Therapie für mich.”

“Ich war ein sehr schüchterner, zurückgezogener Mensch. Breakdancing hat das geändert, es war wie eine Therapie für mich. Ich habe schon als Kind gespürt, dass ich mich durch das Tanzen am besten ausdrücken kann.” Junior zog nach Paris, hatte Erfolge mit Solo-Shows, aber auch mit seiner Crew, der Wanted Posse. Er begriff: Damit lässt sich Geld verdienen. Damit lässt sich ein Leben nach eigenen Vorstellungen leben. “Mein Leben besteht aus Herausforderungen. Flying Illusion ist die größte künstlerischer Herausforderung meines Lebens.” 

Als Mitglied der Dark Illusions gefällt sich Junior in der Rolle des Bösewichts. “Wir, die Dark Illusions, sind echte Krieger. Diese Rolle liegt mir. Wenn sich die Zuschauer ein bisschen vor uns fürchten, haben wir alles richtig gemacht.” Junior lacht, nimmt seinen Gehstock und verschwindet zurück in die Trainingshalle. In diesem Moment wirkt er gar nicht furchterregend. Eher entschlossen und wie einer, dem auch die größten Herausforderungen nichts anhaben können. Ein echter Krieger eben. Nur anders. “Wenn du verstehst, was ich meine.”

Kalli

Mit ihrem “Newstyle Popping” definiert die Griechin die Grenzen des Breakdance neu. 

Die ersten Verletzungen, die sich Kalli durch das Tanzen zuzog, waren an den Händen. "Mein Kinderzimmer war zu klein, ich bin ständig an den Türrahmen und Regalen hängen geblieben", erzählt die 21-Jährige aus Thessaloniki lachend. 

Über den Sportunterricht ihrer Schule wurde sie einst auf Breakdance aufmerksam, ihr Interesse war geweckt. Doch ab da hatte Kalli ein Problem: “Die Szene in Griechenland ist sehr klein. Es ist gibt dort höchstens ein Battle pro Jahr." Während sich Breaker in anderen Ländern ständig auf Events miteinander maßen, musste sich Kalli selbst behelfen. Das Trainieren in der Tanzschule langweilte sie schnell, also musste das Internet herhalten. "Ich habe eine Zeit lang einfach für mich alleine trainiert, mit Hilfe von YouTube-Videos und Künstlern, die persönlich getroffen habe." 

"Ich will frei werden."

So entwickelte sie ihren ganz persönlichen Stil, der mit den üblichen Moves und Konventionen im B-Boying nur wenig zu tun hat. "Ich mache kein Breakdance. Ich würde das eher Experimental nennen." Andere nennen Kallis Stil auch "Newstyle Popping". Sie selbst aber kümmert sich ohnehin wenig um Beschreibungen und widmet sich lieber ihrer eigentlichen Berufung. "Ich will (Tanz-)Erfahrungen sammeln, mich immer weiter entwickeln und komplett frei werden. Ich will mir mein eigenes Standing in der Urban-Dance-Szene erarbeiten."

Das freilich hat Kalli trotz ihres jungen Alters längst. 2011 tanzte sie bei einem der raren griechischen Battles vor Vartan Bassil, dem künstlerischen Leiter von Flying Illusion. Der erkannte das Potenzial des tänzerischen Rohdiamanten, und ein paar Monate später besiegelte eine Facebook-Nachricht das Engagement bei Flying Illusion. "Dass ich es in das Team von Flying Illusion geschafft habe und mit meine größten Idolen zusammen arbeite, ist wirklich unglaublich. Ich kneife mich immer noch jeden Tag. Es gibt mir Kraft, weiter zu daran zu glauben, dass man alles schaffen kann."

Lil Amok

Dürfen wir vorstellen? Lil Amok, der breakende Krieger! 

"Wenn ich höre, dass Leute wegen mir wegen angefangen haben zu tanzen, bedeutet mir das die Welt. Aber ich will mehr: Ich will, dass die Kinder nicht mehr mit einem Superman-Pyjama ins Bett gehen, sondern mit einem Lil-Amok-Pyjama." 

Mangelnde Ambition ist Lil Amoks Problem nicht. Mangelnde Kämpferqualitäten auch nicht. Im Gegenteil: Der gebürtige Kosovar, der mittlerweile mit seinen sieben Geschwistern in Celle lebt, ist ein tanzender Krieger, der keinerlei Kompromisse macht. "Ich war schon immer ein Fan von Hip-Hop-Musik, aber tanzen hat mich nie interessiert – bis ich mit acht Jahren die Flying Steps und Run DMC im Fernsehen gesehen habe. Von dem Tag an hat mich Breakdance in seinen Bann gezogen." 

"Moves können Waffen sein."

Er trainierte wie besessen, bis er 2003 im Alter von nur zwölf Jahren zum ersten Mal mit der Weltelite battlete. Lil Amok fiel auf. "Klar, Kinderbonus. Aber die haben schon gesehen, dass ich was kann. Und ich habe begriffen, dass Moves auch Waffen sein können", so das Motto von Amok, der wenig zimperlich mit sich und seinem Körper ins Gericht geht. "Jeder von uns liebt die Competition."

Lil Amok wird er genannt, weil er so hart und präzise tanzen kann, weil er auf einer Hand die komplette Bühne ablaufen kann, aber auch weil er vor keiner Herausforderung zurückschreckt und über Verletzungen großzügig hinwegsieht. Wenn Amoks Moves daneben gehen, kann schon mal der Knochen Hallo sagen. "Ja, das kam schon vor”, erinnert er sich lachend. "Aber wenn du in einem Bereich besser sein kannst als alle anderen, dann tust du auch alles dafür. Ganz einfach." Ganz einfach.

Demon

Demon ist ein Meister des Urban Dance – und liebt die Natur. 

Demons Beruf mag Urban Dance sein. Eine Aversion gegen den Trubel der Metropolen hat er dennoch. Geboren wurde er 1985 in einer französischen Kleinstadt nahe der Schweizer Grenze. Er lebt dort noch immer. "Ich werde meine Stadt niemals verlassen. Ich liebe die Natur und kann mir ein Leben in der Großstadt wirklich nicht vorstellen." 

Sein Weg als Tänzer führte ihn dennoch über die Straßen seiner Stadt schnell in die großen Pariser Hallen. Sein Bruder, ebenfalls B-Boy und Mitglied der Flying Steps, stellte ihn der Crew vor und seitdem wirbelt Demon seine Extremitäten durch die ganze Welt. Seine Spezialität sind Powermoves: Fliegen ohne Flügel. "Es ist vielleicht die schwerste Disziplin, weil du viele Grenzen der Physik durch Technik und Kraft überwinden musst. Wenn es dir aber gelingt, dann fühlst du diese unglaubliche Freiheit. Ich bin besessen vom Ausloten dieser körperlichen Grenzen. Wir alle sind besessen!" 

"Powermoves geben dir ein Gefühl der Freiheit." 

Als Mitglied der Flying Heroes hat Demon nun ausreichend Gelegenheit, diese Besessenheit auszuleben und eine zweite Existenz als Superheld auszuleben. "Ich habe mein ganzes Leben trainiert, um jetzt der Welt zu zeigen, wozu ich in der Lage bin." Für die Zeit nach Flying Illusion hat Demon ebenfalls schon einen Plan: "zurück nach Hause fahren und mit meinem Bruder trainieren." Fernab der Großstadt. Wie ein Besessener. Natürlich.

Benny

Benny Kimoto ist der König der Headspins – und eine echte B-Boy-Legende. 

Bevor ein Publikum Kopf steht, muss sich meistens Benny auf den Kopf stellen. Und sich drehen. Minutenlang, wenn es sein muss. Er ist der König der Headspins. Und ein echte Legende im Ensemble von Flying Illusion.

 Seit 18 Jahren hat Benny Kimoto sein ganzes Leben aufs Tanzen ausgerichtet. Seit den neunziger Jahren gilt er als einer der einflussreichsten B-Boys weltweit. Er hat massenweise Moves erfunden, zum Beispiel den Airflare, der so populär ist, dass er sogar in der olympischen Disziplin des Kunstturnens offiziell übernommen wurde. Außerdem stellte er im Jahr 2000 unter anderem den Weltrekord für Headspins auf: Mehr als 60 mal drehte er sich auf dem Kopf um die eigene Achse. Er war eine Referenz in der Breakdance-Welt, die Kollegen verneigten sich kollektiv vor seinen Leistungen. Auch von außen bekam er Anerkennung, tauchte in Videospielen und Hollywoodfilmen auf.

"Jeder Tänzer ist auf dem höchstmöglichen Level. Ich helfe mit, dass daraus eine Show wird."

Die große Bühne ist Benny also durchaus bekannt. Und doch hat er Respekt vor Flying Illusion. “Damals, bei Red Bull Flying Bach, hat niemand etwas von uns erwartet. Jetzt wird alles größer, auch die Erwartungen. Jetzt müssen wir uns wirklich beweisen.” Als langjähriges Mitglied der Flying Steps sieht er sich dabei ganz besonders in der Verantwortung und tut alles für den Erfolg – sei es als Tänzer der Flying Heroes, als Talent-Scout des Ensembles oder als Choreograph der Show. “Jeder hier im Team hat hart gearbeitet. Individuell ist jeder einzelne Tänzer auf dem höchstmöglichen Level. Ich helfe mit, dass daraus eine Show wird.” 

Mit seiner ganzen Erfahrung gibt er Anweisungen, wie ein besessener perfektioniert er jede Schrittfolge des Ensembles. “Ich wache auf, und noch bevor ich den Wecker ausmache, denke ich schon an die Show.” Auf dass das Publikum auch diesmal Kopf stehen wird. 

Lil Ceng

Mit 16 Jahren wurde Lil Ceng Mitglied der Flying Steps. Nun tanzt er bei Flying Illusion. 
Bereits im Alter von 16 Jahren wurde Gengis Ademoski alias Lil Ceng festes Crewmitglied der Flying Steps. Das zeigt, welches Ausnahmetalent der in Mazedonien geborene und in Saarbrücken aufgewachsene Tänzer besitzt. Mit zehn Jahren entdeckte er das B-Boying, die Bewegung lag ihm schon immer im Blut.

„Seit ich klein bin, wollte ich auf der Bühne stehen, ein Entertainer sein, mich bewegen. Mein Bruder und ich sind immer schon über Sachen gesprungen, haben Handstand gemacht, einfach alles versucht. Breakdance gibt mir die Möglichkeit, das zu tun, was ich liebe“, erzählt Lil Ceng von seinen Anfängen. Im Bereich Powermove schon sehr früh einer der besten der Welt, zeichnen den 1991 geborenen Lil Ceng heute seine tänzerischen Fähigkeiten sowie die einzigartige Ästhetik und Dynamik seiner Moves aus. Bereits bei der Show Red Bull Flying Bach zählte Lil Ceng – damals das jüngste Mitglied der Flying Steps – zum festen Teil der Crew. Mit Flying Illusion geht der Siegeszug des jungen Senkrechtstarters weiter.

„Tanzen ist mein Leben und meine Zukunft. Ich werde alles tun, um in dem, was ich am meisten liebe, erfolgreich zu sein.“

Robozee

Robozees Tanzstil ist echt unecht. Damit wurde er zu einem Meister des Popping. 
Bevor aus Robozee der schönste Roboter Kassels und Anführer der Flying Heroes werden konnte, hatte seine Kindheit den Standardtanz für ihn vorgesehen. Geboren 1983, wirbelte Robo – "alle nennen mich Robo" – schon mit sieben über die Tanzflächen des lateinamerikanischen Standardtanzes. "So richtig mit Gel in den Haaren, Dauerlächeln und Nummer auf dem Rücken." Den Selbstbräuner hat er allerdings ausgelassen. "Das fand ich dann doch zu uncool." 

Die Coolness ereilte ihn schließlich in seinem Treppenhaus, als ein Kumpel mal eben einen Six-Step auf den Stufen hinlegte. "Ich wusste: Das will ich lernen." Robo strich das Gel aus den Haaren und wanderte von da an ins Jugendhaus, um seine Hausaufgaben zu machen. Seine Spezialität: das Popping im Stehen, roboterhafte Bewegungen im Takt. “Ich habe alles darüber gelesen, diesen Style regelrecht studiert. Beim Popping ist es wichtig, alles so unecht wie möglich aussehen zu lassen. Darin bin ich sehr gut. Mit den Powermoves dagegen war ich nie wirklich befreundet. Das gab immer zu viele blaue Flecken." 

"Mein Tanzstil und die Magie sind sich sehr ähnlich."

Er gründete mehrere Crews, battlete sich durch Deutschland und die Welt, und ist seit 2007 selbstständiger Tänzer, hauptsächlich in Theaterproduktionen. Für Flying Illusion, auch für ihn die größte tänzerische Aufgabe seines Lebens, fühlt er sich wie geschaffen: "Mein Tanzstil und die Magie sind sich sehr ähnlich: Beides wirkt unecht, das passt wie die Faust auf's Auge!"

Ukay

Good Newz: Ukay hat sich gegen den Rasen und für die Bühne entschieden. 
Das B-Boying liegt dem 26-jährigen Ukay quasi in den Genen. Schon sein Vater war damals in Mazedonien ein professioneller Breaker, landesweit bekannt und nicht selten im Fernsehen zu bestaunen. Und doch betrat er die Bühne von Flying Illusion über einen großen Umweg. 

Als Ukay mit seiner Familie nach Düsseldorf kam, hatte sein Vater für seine Leidenschaft schlicht keine Zeit mehr, und so widmete sich auch der Sohn widmete zunächst anderen Sportarten. "Mit sieben habe ich angefangen Fußball zu spielen, und das gar nicht mal schlecht", erinnert sich Ukay. Sein Talent ging so weit, dass er mit 15 Jahren von einem Scout in die zweite kroatische Liga gelockt wurde, was die Familie aber ablehnte. "Irgendwann hat mein Vater mir dann seine Videos vom Breaken gezeigt, und ich war sofort Feuer und Flamme." Ukay hing die Fußballschuhe an den berühmten Nagel und gründete 2007 seine erste Crew "Bad Newz".

"Die Show wird mein Leben verändern!"

Schule, Arbeit, Freizeit – Ukay hat dem Tanzen stets alles untergeordnet, denn er hatte ein großes Ziel: "Früher habe ich immer die Videos von den Flying Steps gesehen. Ich wusste: Irgendwann werde ich mit ihnen tanzen." Dieser Traum ist mit Flying Illusion nun in Erfüllung gegangen. "Die Show ist einfach geil, ich bin da wie ein großes Kind. Ich darf tanzen und Zaubertricks aufführen – mehr geht 

Willy

Früher war er Fan von Bruce Lee. Heute ist Willy selbst ein Vorbild. 
Geboren 1995 im französischen Städtchen Sens entdeckte Willy, alias Willy Hem, im Alter von 13 Jahren Breakdance für sich – seine zweite Leidenschaft, das Fußballspielen musste er nach einer Meniskusoperation am Knie kurz darauf aufgeben. Beeindruckt von den Skills von Bruce Lee, trainierte Willy sehr hart, um sein Können als Breakdancer zu verbessern. Mit 15 entschied er, Sens und seine Familie zu verlassen, um sich im rund drei Stunden entfernten Lyon der französischen BBoy-Crew Tekken anzuschließen.

Dort entwickelte er sich zu einem der angesagtesten Breakdancern des Landes. 2015 wurde er schließlich eingeladen, als Tänzer bei Flying Illusion mitzuwirken – für Willy ein Traum, der wahr wird. „Ich hatte nie geglaubt, dass ich einmal vor tausenden von Menschen die Gelegenheit haben werde zu tanzen. Es ist ein großartiges Gefühl zu sehen, wie die Zuschauer unsere Kunst respektieren und begeistert sind.“ Aber nicht nur die Reaktionen des Publikums sind etwas, das Willy schätzt: „Mit den besten Tänzern der Welt zusammen auf einer Bühne zu stehen, macht mich sehr stolz. Seit ich klein bin, verfolge ich, was die Flying Steps machen und wie sie tanzen. Sie haben mich jahrelang inspiriert und mich in meinem eigenen Stil sehr geprägt.“

Seinen bisher größten persönlichen Erfolg als Breakdancer feierte Willy im Juli 2016, als er die Red Bull BC One Cypher in Frankreich für sich entschied. Damit hat er jetzt die Chance im vorentscheidenden Battle im japanischen Nagoya Anfang Dezember sein Ticket für das Red Bull BC One World Final zu lösen